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NOZ: Inklusionshandball: HSG Osnabrück schafft Raum für alle

Allgemein

In Osnabrück bietet die HSG das einzige Handball-Inklusionsteam an. Hier sollen Leute Spaß finden, die sonst beim Sport abgehängt sind. Mitmachen darf jeder – egal, ob mit oder ohne Behinderung.

Wer Schwierigkeiten hat, seine Bewegungen zu koordinieren, der hat im Sport häufig Probleme. Man sitzt auf der Bank, wird von den Mitspielern nicht angespielt oder als Letzter gewählt. Das Inklusionsteam der Handballspielgemeinschaft (HSG Osnabrück) möchte ein Gegenbeispiel sein: „Hier geht es um den Spaß“, sagt Betreuer Ralf Diesing. „Auch wenn das bedeutet, dass wir mal einen Ball verlieren.“

Das Inklusionsteam soll Menschen mit Einschränkungen einen Raum geben. Gegründet wurde es im Sommer 2024 vom aktuellen Cheftrainer Felix Thünemann und den drei ehemaligen Trainerinnen Lisa Minnerup, Rika Scheel und Hilke Simon. Zwei dieser Frauen hatten Erfahrung in der Zusammenarbeit mit Menschen mit Behinderung. Das Ziel lautete damals laut dem aktuellen Betreuer Diesing: „Einen Raum zu schaffen, in dem die Kinder keine Ausnahme sind.“

Wenn man den Eltern glaubt, funktioniert diese Idee. „Mein Sohn wird sonst oft als Letzter gewählt. Hier kann er sich voll ausleben“, sagt Julia Hamburger. Wie viele Spielereltern schaut die Osnabrückerin bei den wöchentlichen Trainings in der Turnhalle des Osnabrücker Sportclubs (OSC) zu. Dort finden ganz gewöhnliche Handballübungen statt: Es wird gedribbelt, gepasst und aufs Tor geworfen. Und wenn ein Mitspieler Probleme hat, die Kugel zu fangen, warten die anderen geduldig, bis sie dran sind.

Trainerteam legt Wert auf Rücksicht

Diese Haltung ist auch dem Trainerteam zu verdanken. Der 30-jährige Coach Thünemann spielt selbst in der 2. Herren der HSG. Unterstützt wird er aktuell von Diesing und Co-Trainerin Melina Giebmeyer. Die 17-Jährige spielt selbst in der A-Jugend der HSG; Diesing, mittlerweile 73 Jahre alt, war früher als Handballer aktiv. „Wir nehmen Rücksicht“, betont der Betreuer. 

Eltern: Wenige inklusive Sportangebote in Osnabrück

Die HSG stellt laut eigenen Angaben das einzige Inklusionshandballteam in Osnabrück und der Region. Das wissen auch die Eltern zu schätzen. „Ich weiß gar nicht, ob Handball etwas für meinen Sohn ist“, meint Hamburger. „Aber es gibt einfach kaum andere Möglichkeiten.“ Auch viele der anderen Eltern zeigen sich erleichtert über eines der „wenigen inklusiven Sportangebote“ in Osnabrück.

Wer im Inklusionsteam mitspielen kann

Mitmachen dürfen Menschen jeden Alters – mit und ohne Behinderung. Zurzeit gehören knapp zehn Spieler zum Kern der HSG-Truppe. Die meisten der Handballer sind zwischen sechs und 16 Jahre alt. Viele besuchen Förderschulen wie die Montessori-Schule oder die Anne-Frank-Schule. Zudem kommen regelmäßig Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zum Schnuppertraining vorbei, wie die Verantwortlichen berichten.

Noch sei die Mannschaft nicht komplett, ordnet Thünemann ein. Erst wenn eine ausreichende Spielerzahl regelmäßig erscheine, könne man an Turnieren teilnehmen. Aus diesem Grund betreibt der Verein zurzeit verstärkt Öffentlichkeitsarbeit. Trainiert wird samstags zwischen 10.30 und 11.30 Uhr in der OSC-Sporthalle an der Hiärm-Grupe-Straße.

Spaß und Gemeinschaft im Vordergrund

Beim Abschlussspiel kommen einige Kinder aus sich heraus: Ein junger Handballer läuft laut jubelnd auf die Zuschauer zu, nachdem er ein Tor erzielt hat. Dann klatscht er mit einem Teamkollegen ab. Einige Eltern lachen verhalten, doch Diesing kommentiert: „Genau darum geht es.“

Quelle: Neue Osnabrücker Zeitung